Sep
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Im Winter kommt Deftiges auf den Tisch
Tipp: Eine Garnierung mit Streifen von frischen Kopfsalatblättern und Sonnenblumenkernen verleiht der Kartoffelsuppe frischen Biss.
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Tipp: Eine Garnierung mit Streifen von frischen Kopfsalatblättern und Sonnenblumenkernen verleiht der Kartoffelsuppe frischen Biss.
Foto: djd/Bad Reichenhaller
Saisonale Vorlieben auf dem Speiseplan haben gute Gründe

(djd/pt). Die Jahreszeiten unterscheiden sich nicht nur durch wechselnde Temperaturen, Farben und Gerüche. Auch die Essgewohnheiten passen sich an: Der Frühling lockt mit jungem Gemüse und frischen Kräutern, der Sommer mit knackigen Salaten und viel Obst. Im Herbst freut man sich auf heiße Eintöpfe und Suppen, der Winter ist geprägt von üppigen Fleischgerichten. Je kälter, desto deftiger also?

Tatsache ist: Mit dem Rückgang der Temperaturen im Herbst steigt auch tendenziell der Appetit auf kräftigere Speisen. Die Gründe hierfür sind ganz unterschiedlich. Bei Kälte benötigen die Menschen eine ergänzende Zufuhr an Energie, also Kalorien, um die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Vor allem deftige Speisen zeichnen sich durch einen hohen Kaloriengehalt aus. Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts waren die Menschen stärker der Kälte ausgesetzt als heute, sei es beim Arbeiten oder beim Wohnen in unbeheizten Räumen. Zu dieser Jahreszeit waren Kalorien besonders gefragt und der Verbrauch höher.

Wesentliche Einflüsse auf die menschlichen Vorlieben

“Im Laufe der Jahrtausende hat sich im kollektiven Gedächtnis der Kulturen verankert, welche Lebensmittel zu welcher Jahreszeit verfügbar sind. In Kulturkreisen, in denen die Jahreszeiten weniger deutlich zu spüren sind, haben sich diese wechselnden Bedürfnisse kaum ausgeprägt”, erläutert Ernährungsexperte Privatdozent Dr. Thomas Ellrott. Auch religiöse Faktoren haben dazu beigetragen, dass unser Appetit auf deftige, kräftige und salzige Gerichte im Winter am höchsten ist: Traditionell wird an Feiertagen wie zum Beispiel Weihnachten in vielen Haushalten Wert auf besonderes und üppiges Essen gelegt.

Männer mögen es deftiger

Männer brauchen mehr Kalorien und auch mehr Nährstoffe als Frauen – unabhängig von herrschenden Temperaturen. Da Männer einen schwereren Körper und mehr Muskelmasse haben, essen sie absolut gesehen mehr als Frauen. “Gerade der Verzehr von Fleisch spielt für Männer eine besondere Rolle – denn Fleischverzehr gilt unter den Lebensmitteln als besonders männlich und gehört quasi zur Definition der klassischen männlichen Geschlechterrolle. Das hat damit zu tun, dass in der Historie das Erlegen von Tieren eine typischerweise von Männern ausgeübte Tätigkeit war. Zum anderen demonstriert der Kampf mit dem Tier Macht und Stärke”, kommentiert Dr. Ellrott. Männer haben zudem einen höheren Proteinbedarf als Frauen, den sie über den Verzehr von Fleisch abdecken können. “Die männliche Präferenz von deftigen Fleischgerichten ist wahrscheinlich eine langfristige Folge aus den oben genannten Assoziationen”, fügt der Ernährungsexperte hinzu.

Auswirkungen auf die schlanke Linie

Wenn es draußen heiß ist, sehnen sich die meisten Menschen nach frischen und leichten Salaten, Früchten und großen Mengen an Kaltgetränken. Hochkalorische, schwere Mahlzeiten wie Käsespätzle oder Schweinebraten stehen nicht hoch im Kurs. In der kalten Jahreszeit neigt man dazu, sich mit deftigen Gerichten und allerlei Süßem etwas “Gutes” zu tun – nicht ohne Folgen für die Figur. Die Frage ist, ob der Körper vielleicht den Winterspeck braucht, um nicht zu frieren? “Früher ja, heute eher nein. Die Biologie gibt uns zumindest im permanenten Überfluss kein Alibi für die zusätzlichen Pfunde: Die geringe körperliche Aktivität der Menschen und der gleichzeitige Verzehr von vielen besonders kaloriendichten Speisen sind für die Gesundheit nicht ohne Risiko”, antwortet Dr. Thomas Ellrott.

Deftig heißt nicht gleich heftig

Tipp für alle, die im Winter dennoch gerne üppig genießen möchten: Es gibt leckere Rezepte, die würzig und deftig sind, ohne auf der Waage gleich die Alarmglocken schrillen zu lassen. Wie wäre es mit Schweinefilet im Kräuter-Wein-Duft, Salz-Kabeljau oder einer leckeren Kartoffelsuppe? Auf der Rezeptseite der Salzmarke Bad Reichenhaller zum Beispiel finden sich unter www.bad-reichenhaller.de Anregungen für ein gelungenes Essen in der kalten Jahreszeit.

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